Mikroplastik im Trinkwasser

Mikroplastik im Trinkwasser

Ist Mikroplastik im Trinkwasser enthalten?

Bei einer in den USA großangelegten Studie wurden insgesamt  159 Wasserproben aus aller Welt analysiert. In 83 Prozent dieser Proben konnte Mikroplastik im Trinkwasser nachgewiesen werden. Die USA, Indien und der Libanon schnitten bei diesen Untersuchungen am schlechtesten ab. 90 Prozent aller Wasserproben aus diesen Ländern beinhalteten Mikroplastik. Obwohl das Leitungswasser aus Deutschland, neben dem aus Frankreich und Großbritannien, das beste Ergebnis erzielte, konnte immer noch in 72 Prozent aller Proben Mikroplastik gefunden werden.

Deutschen Forschern der TU Berlin gelang es die Ergebnisse dieser Studie zu widerlegen. Bei mehreren mit speziellen Laser-Messverfahren durchgeführten Vergleichsuntersuchungen, wurde zwar Mikroplastik im Leitungswasser gefunden, jedoch in einer wesentlich niedrigeren Konzentration, als bei der in Amerika durchgeführten Studie.

 

Wie gelangt das Mikroplastik in das Trinkwasser?

Trotz völlig unterschiedlicher Ergebnisse der beiden Studien, bezüglich der Anzahl der Plastikpartikel, belegen beide, dass Mikroplastik in unserem Trinkwasser enthalten ist. Die Frage, wie das Mikroplastik in das Grundwasser gelangt, ist bislang nicht vollständig geklärt. Fakt ist aber, dass Mikroplastik in vielen Alltagsprodukten,  wie Duschgels, Peelings, Zahnpasta und Waschmitteln enthalten ist und dass bei deren Gebrauch Plastikteilchen in die Umwelt gespült werden. Mehr dazu in der Rubrik: Mikroplastik in Kosmetik.
Aber auch Gegenstände, die aus Kunststoff bestehen, können durch Abrieb mikroskopisch kleine Plastikpartikel loslösen. Dies kann beispielsweise durch das Waschen eines Polyestershirts erfolgen, welches viele winzige Fasern an das Waschwasser abgibt. 

Aber auch der Reifenabrieb von Autos stellt eine große Umweltbelastung dar.Die Gummireifen verlieren beim Fahren und besonders beim Bremsen Mikroplastikpartikel, die sich auf der Straße sammeln. Wenn diese nicht durch die Straßenreinigung entfernt werden, werden diese durch Regenwasser ins Grundwasser getragen. Die Stadt Hamburg hat diesem Problem 2018 durch Projekte zur intensivierten Straßenreinigung den Kampf angesagt. Mehr Informationen zu diesem Thema finden Sie im Artikel „Was in Hamburg gegen Mikroplastik auf der Straße getan wird“ von Lebensraumwasser.

Klärwerke können lediglich 95% des Plastiks aus dem Trinkwasser filtern. Aus diesem Grund ist es wichtig sicherzustellen, dass die kleinen Teilchen erst gar nicht ins Grundwasser gelangt. Denn einmal im Wasserkreislauf angekommen, ist es aktuell kaum möglich es wieder herauszufiltern.

 

Ist Mikroplastik im Trinkwasser schädlich für uns?

Die Auswirkungen von Mikroplastik im  Trinkwasser auf den Menschen sind noch  weitestgehend unerforscht. Beängstigend sind jedoch die Erkenntnisse, die die Meeres und Umweltforschung bisher zu diesem Thema lieferte. Bei Fischen und anderen Meerestieren, die Mikroplastik unter anderem über die Nahrung zu sich nehmen, konnten neben Entzündungsreaktionen auch physiologische Störungen, eine vermehrte Tumorbildung sowie eine deutlich erhöhte Sterberate festgestellt werden.

 

Wäre der Umstieg auf Flaschenwasser eine Alternative?

Mikroplastik ist nicht nur in unserem Leitungswasser, sondern auch im Flaschenwasser vorzufinden. Bei Untersuchungen ließen sich die winzigen Kunststoffpartikel dort sogar in höheren Konzentrationen nachweisen. Dies ist aber vor allem auf die Flaschenhülle aus Plastik zurückzuführen. Zudem fand  die Stiftung Warentest heraus, dass das deutsche Trinkwasser strenger und häufiger kontrolliert wird als das Flaschenwasser. In den meisten Wässern finden sich Spuren aus Industrie, Abwasser und Landwirtschaft. Aus diesem Grund konnte nur jedes dritte Mineralwasser mit der Note „Gut“ bewertet werden. Eine Alternative ist das Flaschenwasser demnach nicht.

Wenn du mehr über Alternativen zu Plastik erfahren möchtest, dann schau dir doch die Rubrik: Mögliche Alternativen zu Plastik an.

 

Weitere Artikel:

Auch über die Nahrung können wir Mikroplastik in uns aufnehmen. Hier lesen Sie, in welchen Produkten vermehrt Mikroplastik zu finden ist und warum Mikroplastik letztendlich auf unseren Tellern landet. 

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Wir nehmen jedoch nicht nur beim Trinken oder Essen kleinste Mikroplastikpartikel auf. Auch beim Atmen kann Mikroplastik in unseren Organismus gelangen. Wodurch Mikroplastik in die Luft und letztendlich in unseren Körper gelangt, lesen Sie hier. 

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