Mikroplastik in der Luft

Mikroplastik in der Luft

 Ist Mikroplastik in der Luft?

 

Bisher ist man davon ausgegangen, dass das Mikroplastik über Flüsse in die Umwelt getragen wird und auf diesem Wege in das Meer gelangt. Neue Forschungen haben aber herausgefunden, dass die Atmosphäre bei der Verteilung der Mikropartikel eine wichtige Rolle spielt. Wissenschaftler vom Forschungsinstitut Ecolab hatten im Winter 2017/2018 über fünf Monate lang ein Gebiet in 1400 Metern Höhe in den französischen Pyrenäen untersucht. Der Ort liegt weit entfernt von Großstädten und jeglicher Industrie. Umso überraschender sind die Ergebnisse dieser Untersuchungen: Pro Tag  lagerten sich im Schnitt 365 Plastikpartikel pro Quadratmeter ab. Dies entspricht in etwa den Ablagerungen von den Städten Paris und  Dongguan, welche in zwei weiteren Studien gemessen wurden. Die Berechnungen der Forscher ergaben, dass das Plastik auf den Pyrenäen seinen Ursprung in den über 95 Kilometer entfernten Kleinstädten haben muss. Neben dem Mikroplastik wurden auch geringe Mengen von orangefarbenem Staub, welcher vermutlich aus der Sahara stammt, sichergestellt. Solche Staubpartikel können vom Wind mehrere tausend Kilometer weit transportiert werden. Mikroplastikfasern sind von ihrer Masse mit den Staubpartikeln vergleichbar, haben aber durch ihre besondere Form eine geringere Sinkgeschwindigkeit. Das lässt vermuten, dass die gefunden Kunststoffpartikel über eine deutlich weitere Distanz transportiert wurden, als von den Forschern zuerst angenommen.

 

Wie gelangt das Mikroplastik in die Atmosphäre?

 

Wie das Mikroplastik in die Atmosphäre gelangt, ist bis zum jetzigen Zeitpunkt noch ungeklärt. Einige Forscher vertreten jedoch die Annahme, dass die durch Abrieb verursachten Plastikteilchen, auf die gleiche Weise wie Bodenpartikel oder Vulkanstaub in der Atmosphäre verteilt werden.

Das gefundene Plastik aus den Pyrenäen bestand hauptsächlich  aus Polystyrol- und Polyethylenpartikeln. Polystyrol findet vor allem als Dämmstoff in der Baubranche oder als Verpackungsmaterial seine Verwendung. Polyethylen wird zur Produktion von Plastikfolien und Plastikflaschen eingesetzt.

 

Wirkt sich das Einatmen von Mikroplastik auf die Gesundheit aus?

 

Ob Krankheiten durch das Einatmen von Mikroplastik ausgelöst werden, ist noch weitestgehend unerforscht. Bisher weiß man nur, dass Plastikteilchen  von einer Größe unter 0,025 Millimetern, über die Nase und den Mund aufgenommen werden können. Teilchen, die kleiner als 0,005 Millimeter sind, können sogar bis ins Lungengewebe hervordringen.  Feinstaubpartikel von dieser Größe stehen in engem Zusammenhang mit Atemwegserkrankungen und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Mikroplastik hat zudem die gefährliche Eigenschaft, Schwermetalle, wie Quecksilber oder langlebige organische Schadstoffe anzuziehen. Dass sich diese Substanzen negativ auf die Gesundheit von Menschen  auswirken können, ist schon länger bekannt.

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