Mikroplastik in der Nahrung

Lachs als Nahrung

Ist Mikroplastik in der Nahrung enthalten?

Bei mehreren Studien, welche in den vergangenen Jahren durchgeführt wurden, konnten Spuren von Mikroplastikpartikeln in Nahrung nachgewiesen werden. Eine Studie berichtete über Mikroplastik in Honig, Zucker und deutschem Bier. Heute ist jedoch bekannt, dass bei dem dort angewandten Analyseverfahren nicht eindeutig zwischen Mikroplastik und Partikeln mit einer ähnlichen Struktur unterschieden werden konnte.

Bei einer weiteren Untersuchung, die sich auf Mikroplastik in Muscheln spezialisierte, wurde pro Gramm Muschelfleisch weniger als ein Kunststoffpartikel entdeckt. Aber nicht nur in Muscheln, sondern auch in Fischen konnten Forscher Plastikpartikel sicherstellen. Wie die vom Alfred-Wegener-Institut veranlasste Studie aufzeigt , nehmen bestimmte Fischarten aus Nord- und Ostsee Mikroplastik zu sich, welches sich im Verdauungstrakt der Fische wiederfand. Bisher gibt es allerdings keine Erkenntnisse darüber, ob die Teilchen auch bis in das Muskelgewebe der Tiere gelangen. Bekannt ist aber, dass die Fische, die sich im oberen Teil des Wassers aufhalten, einer höheren Kunststoffbelastung ausgesetzt sind, als jene, die sich am Meeresgrund bewegen.

Wie gelangt das Mikroplastik in die Nahrung?

Wegen der vielen unterschiedlichen und teils fehlerhaften Methoden zur Überprüfung von Mikroplastik in Lebensmitteln, können die Eintragswege in die Nahrung nur vermutet, aber nicht eindeutig nachgewiesen werden. Ein denkbarer Weg, wie das Plastik in unser Essen gelangt, ist der über die Umwelt. Da die Verwendung von Gegenständen aus Kunststoff, zwangsläufig zum Abrieb kleiner Plastikpartikeln führt, werden diese in unserer Umwelt verteilt. Diese Kunststoffteilchen finden sich später in kleinen sowie großen Gewässern wieder, wo sie von Wasserlebewesen über die Nahrung aufgenommen werden. Eine weitere naheliegende Möglichkeit, ist der Eintrag aus der Atmosphäre. Die Plastikteilchen könnten sich z.B. auf Pflanzen und Blüten ablagern, von wo aus sie die Bienen zusammen mit dem Blütenstaub aufsammeln und in ihre Wabe bringen.

Ist Mikroplastik in der Nahrung schädlich für uns?

Wie das Bundesinstitut für Risikobewertung in einer Stellungnahme mitteilte, ist es mit den bisher erhobenen Daten nicht möglich, Rückschlüsse darauf zu ziehen, ob sich der Verzehr, von mit Mikroplastik verunreinigten Lebensmitteln, negativ auf den menschlichen Organismus auswirkt. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit bemängelte ebenfalls die unzureichende Datengrundlage und kam zum Schluss, dass derzeit keine verlässliche Risikobewertung möglich ist. Bis es neue Erkenntnisse gibt, ob Mikroplastik in der Nahrung schädlich für den Menschen ist, heißt es also abwarten.

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