Fakten zum Thema Mikroplastik

Globale Fakten Mikroplastik

 

Mikroplastik in den Weltmeeren

Mikroplastik ist kein deutsches oder europäisches Problem. Es ist ein globales.
Im Folgenden Artikel sollen globale Fakten zum Thema Mikroplastik aufgezeigt und genauer darauf eingegangen werden.

Überall auf der Welt gelangen Mikroplastikteilchen, über das Grundwasser, die Flüsse und Seen letzten Endes in die Ozeane. Dort angekommen treibt das Mikroplastik über die ganze Welt. Forscher fanden es in den entlegensten Meeresregionen. Im Südpazifik, mehrere tausend Kilometer entfernt von Menschlichem Leben konnte ein deutsch-chilenisches Team große Mengen davon finden. Sogar am Point Nemo, dem am weitest entfernten Punkt zu bewohnten Gegenden, fand man eine große Menge an Mikroplastikteilchen. Besonders rund um die Osterinseln sei eine hohe Konzentration festgestellt worden. Auch in der Arktis fand man bis zu 12.000 Plastikpartikel auf einen Liter Packeis.

Wie entsteht Mikroplastik im Meer?

Wenn Plastikteile ins Meer geraten, werden diese in Strömen um die Welt getragen. Diese groben Teile lösen sich nach und nach durch UV-Strahlung und Reibung in kleinere Teilchen auf. Je mehr Plastik also in die Umwelt gelangt, umso mehr Mikroplastik, welches deutlich schwerer aus den Ozeanen zu filtern ist, entsteht.

Fakt ist, dass laut Zahlen der Weltnaturschutzunion (IUCN) pro Jahr 1,5 Millionen Tonnen an Mikroplastik in die Meere gelangen. Aus dieser Zahl ausgenommen sind Teilchen, die bereits kleiner als fünf Millimeter sind. Die reale Menge ist demnach noch höher.

 

Wie sieht es auf dem Land aus?

Doch nicht nur in den Meeren lässt sich Mikroplastik finden. Die Plastikpartikel verschmutzen auch unsere Land- und Agrarflächen. Weltweit gelangen einige hunderttausend Tonnen der Kunststoffpartikel in die Böden. Zum einen trägt sich Mikroplastik über die Luft ähnlich wie Sand oder Asche und setzt sich auf den Böden ab. Zum anderen wird zum Düngen der Felder häufig Klärschlamm aus den Klärwerken verwendet. In diesem Klärschlamm lassen sich Mikroplastikpartikel finden, da die Klärwerke lediglich bis zu 90% dessen herausfiltern können. Aber auch das Trinkwasser aus den Kläranlagen, welches Teilweise zum Bewässern verwendet wird ist nicht zu 100% frei von den Kleinstpartikeln. Man kann also vereinfacht sagen: Die Lebensmittel werden bereits beim Düngen und Bewässern mit Mikroplastik in Berührung gebracht und dieses wird im schlechtesten Fall vom Menschen und vom Tier wieder aufgenommen.
Mehrere Hunderttausend Tonnen Klärschlamm werden in der europäischen Landwirtschaft verwendet. Rechnet man das hoch, gelangt allein in Europa zwischen 60.000 und 400.000 Tonnen Mikroplastik auf die Böden. In Nordamerika sind es bis zu 300.000 Tonnen. Somit ist die Verschmutzung der Landflächen global viel höher als die Verschmutzung der Meere.

 

Wie viel Plastik wurde bisher hergestellt?

Um zu verdeutlichen wie viel Plastikmüll seit der Entwicklung dessen im Jahre 1950 produziert wurde, haben Wissenschaftler die Masse in einfach zu begreifende Vergleiche umgewandelt: Demnach hat der Mensch Plastikmüll der Masse von:

822.000 Eifeltürmen
80 Millionen Blauwalen oder 
1 Milliarde Elefanten produziert.

In absoluten Zahlen sind das 8,3 Milliarden Tonnen Plastik. In knapp 70 Jahren. Es wäre also mehr als empfehlenswert die Plastikproduktion möglichst weit herunter zu fahren oder auf abbaubares Plastik zu setzen. Doch ist dies überhaupt noch möglich?

 

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